#1 Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:34

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Hier ein paar interessante, auch kontroverse links zum Thema Ernährung und Migräne :


http://www.dmkg.de/patient/ernaehrung.pdf
ein schöner Übersichtsartikel, der alle "Verdächtigen" in Sachen Migräne anspricht, aber auch zu dem
Schluss kommt, die Ernährung als Migräneauslöser nicht überzubewerten.


Hier aus der Sicht eines Homöopathen und Naturheilkundler, der vor allem Genussgifte und den reichlichen Genuss der Zivilisationskost verantwortlich macht:
http://www.migraene-homoeopathie.de/migraene/ernaehrung.html


http://www.enutrio.de/ernaehrung-und-migraene/
In diesem Artikel gibt es gut recherchierten und belegten Überblick über die ernährungsbedingten Auslöser (vor allem: Zusatzstoffe, biogene Amine) und als Tipp zur Nahrungsergänzung: B2, Magnesium und Mutterkraut.

#2 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:34

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Migräne-Diäten:

Gibt es eine Migränediät?

Zum Thema Ernährung und Migräne kursieren ja sehr unterschiedliche Meinungen und ebenso unterschiedliche Begründungen, warum diese (und nicht jene) Ernährung die beste sei bei Migräne.

Die einen plädieren für regelmäßige Mahlzeiten, kein Auslassen von Mahlzeiten, möglichst kein Hungergefühl aufkommen lassen.

Die anderen empfehlen eine kohlenhydratreiche Ernährung, um damit dem Gehirn ausreichend Energie in Form von Glukose zur Verfügung zu stellen und stellen damit die These auf, regelmäßige Kohlenhydratzufuhr sei die beste Vorbeugung gegen Unterzuckerung (die wiederum Migräne auslösen kann).

Wieder andere verneinen gerade diese Theorie, sehen sie doch die Ursache von Unterzuckerung gerade in der übermäßigen Aufnahme von Kohlenhydraten. Sie plädieren wiederum für eine kohlenhydratarme Diät (low carb; Steinzeitdiät, ketogene Diät und v.a. Spielarten) oder zumindest für eine Diät, die nur solche Kohlenhydrate erlaubt, die langsam ins Blut gehen und den Blutzuckerspiegel kaum hochschnellen lassen (Glyx-Diät).

Andere schwören auf die F.X Mayr-Diät, Fastenkuren oder verzichten komplett auf Zucker- und Weißmehlprodukte oder lehnen Lebensmittel mit Zusatzstoffen (Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Süßstoffe u.a.) ab.

Und dann gibt es natürlich noch die Gruppe derjenigen, die an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden (Histaminintoleranz, Laktoseintoleranz, Sorbit- oder Fruktoseintoleranz) und durch konsequentes Meiden der für sie unverträglichen Lebensmittel tatsächlich eine deutliche Reduzierung ihrer Migräneattacken verzeichnen können.

Was aber nun ist die richtige Migränediät?

Auch hier ist die Antwort sicherlich ähnlich wie die auf die Frage nach Auslösern und Prophylaxen:
Jeder Migräniker ist ein Individuum und was dem einen hilft, muss beim anderen noch lange nicht zum Erfolg führen!

Hier sind einige Beispiel nachzulesen:


Hier ein Diät-Konzept nach den Büchern von
„Schach dem Schmerz – Die richtige Ernährung gegen chronische Schmerzen“, Prof. Dr. Michel Hamm,. Cornelia
Ludwig, Umschau Verlag, ISBN 3-8295-7153-4
„Die Gesundheitsküche: Kopfschmerzen & Migräne“ , Ricky Ostrov, Umschau Verlag, ISBN 3-8295-7123-2
link:
http://www.migraenekur.de/Therapiekonzep..._ernaehrung.htm


Die Migräne-Diät nach Peter Mersch, nachzulesen auf seinen außerordentlich gut recherchierten Seiten
von http://www.migraeneinformation.de (contra Kohlenhydrate)


Auch interessant: Migräne, Ernährung und Mutterkraut; viele Infos über den Zusammenhang von Serotoninstoffwechsel und Migräne: pro Kohlenhydrate:
http://www.tanacetum.de/migraene-ernaehrung.htm


Empfehlungen der naturheilkundlichen Habichtswald-Klinik: Säure-Basen-Gleichgewicht und Heilfasten:
http://www.migraene-1.de/ernaehrung-kopfschmerzen/


Kompetent, kurz, fachlich incl. weiterführender Literatur:
http://www.eufic.org/article/de/page/FTA...-kopfschmerzen/
_________________

#3 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:35

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Ein Buchtipp:

Albert Hesse: Migräne.Der Darm ist schuld
2006, 112 Seiten, Farbig illustr., Gebunden
OLV Organischer Landbau Verlagsgesellschaft mbH | ISBN: 3922201598
16.90 EUR

Man kann ihn hier herunterladen:
http://www.mlm-infos.com//files/der-darm-ist-schuld_111.pdf


Das Vorwort:


Migräne ist ein komplexes Krankheitsgeschehen, das dem betroffenen Menschen große Teile der Lebensqualität
nimmt.

Migränehäufigkeiten treten höchst unterschiedlich auf. Es gibt Patienten, die wöchentlich für drei bis
vier Tage an Migräneanfällen leiden, andere einmal im Monat oder gar nur viermal im Jahr. Egal wie häufig
die Anfälle auftreten, die Symptome sind meistens so einschneidend, dass der normale Tages- bzw. Arbeitsablauf
unterbrochen wird. Rasende Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, extreme Lichtempfindlichkeit fesseln
die Patienten an das Bett.

Die orthodoxe Medizin hat diesem Krankheitsbild leider nicht viel zu bieten. Ursachen sind meist nicht
ersichtlich, und so bleiben als einzige Therapiemöglichkeit hochdosierte Schmerzmittel mit mehr oder
weniger gravierenden Nebenwirkungen.

Naturheilkundliche Therapieverfahren sind, wie bei den meisten chronischen Erkrankungen, in der Lage,
die Ursachen zu ergründen und dementsprechende Behandlungskonzepte aufzuzeigen. Wie so oft, führen die
derzeitigen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu Krankheiten und deren dazugehörigen Symptomen, die
nur durch Ausleitungs- und Entgiftungstherapien zu beseitigen sind.

In diesem Buch wird klar und ausführlich über Ursachen, Auswirkungen und Heilmethoden berichtet, die
jedem Betroffenen einleuchtend erscheinen werden. Jetzt muss der Migränekranke nur noch bereit sein,
einen großen Teil der Behandlung durch Eigeninitiative mitzutragen, um seine körpereigenen Heilungskräfte
zu aktivieren.

Es ist beeindruckend, wie erfolgreich naturheilkundliche Behandlungen bei Migräne verlaufen. Ich erinnere
mich an eine Patientin, die Woche für Woche drei Tage unter Migräneanfällen litt. "Mein Leben ist nicht
mehr lebenswert", waren ihre ersten Worte in meiner Sprechstunde. Drei Wochen später bedankte sie sich
bei mir, denn sie war keinen einzigen Tag mehr arbeitsunfähig und fing wieder an, ihr Leben zu genießen.
Entsäuerung, Darmsanierung mit Colon-Hydro-Therapie und Kräutern sowie das absolute Meiden von Milchprodukten
waren bei dieser Patientin das Erfolgsrezept.

Albert Hesse hat sich insbesondere auf den Migränepatienten spezialisiert und kann einen reifen Erfahrungs-
und Erfolgsschatz aufweisen. Ich wünsche ihm mit diesem Buch, dass er insbesondere diejenigen erreicht,
die noch keine naturheilkundlichen Behandlungen erfahren haben und jetzt endlich einen neuen Weg finden,
um dieser Krankheit Einhalt zu gebieten.

Dr. med. Petra Bracht

(http://www.deutschesfachbuch.de/info/det...isbn=3922201598)
_________________

#4 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:38

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Titel: Ernährung: Migränetriggern auf der Spur Antworten mit Zitat Beitrag bearbeiten oder löschen Diesen Beitrag löschen IP-Adresse zeigen
In diesem Beitragsfaden möchte ich in Kürze einzelne "typische" Migränetrigger porträtieren.
Sie werden hier einzeln vorgestellt und kompakt erläutert.
Es handelt sich dabei um bestimmte Lebensmittel, um Zusatzstoffe, um Inhaltsstoffe und um Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Nicht jeder dieser möglichen Auslösefaktoren muss bei jedem Migränepatienten Probleme verursachen. Oft ist es auch sehr schwierig herauszufinden, welches Nahrungsmittel verantwortlich sein könnte. Denn vom Verzehr bis zum Auftreten der ersten Symptome können - anders als bei Allergien - Stunden bis Tage (!) verstreichen. So ist es natürlich schwer, den "Schuldigen" aufzuspüren.
Und hat man ihn entdeckt, so kann es z.B. sein, dass man das Lebensmittel heute verträgt, aber nach mehrmaligem Genuss nicht mehr: irgendwann kommt eben der Moment, an dem das "Fass" sozusagen "überläuft"!

Um möglichen Ernährungsauslösern auf die Spur zu kommen, hilft meist nur das Führen eines sorgfältigen Kopfschmerzkalenders, in den man akribisch - am besten über Wochen - aufzeichnet, was man gegessen hat.
Und dann hilft nur noch eine Diät, in der man die auslösenden Produkte strikt meidet - hat man damit
Erfolg, weiß man nun immerhin einen Faktor, um seine Migräne positiv zu beeinflussen.

Hier die häufigsten Übeltäter:

1. Geschmacksverstärker, Glutamat

2. Biogene Amine

3. Nitrate/Nitrite - Pökelsalz

4. Nahrungsmittelunverträglichkeiten:

a) Histaminintoleranz
b) Laktoseintoleranz
c) Fructose-/ Sorbitintoleranz
d) Glutenunverträglichkeit

5. Sonstige (Zusatz)stoffe wie Konservierungsmittel oder Süßstoffe, Koffein, Geschwefeltes (Rotwein, Trockenobst)
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#5 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:39

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1. Glutamat

Auch wenn es die Lebensmittelindustrie hartnäckig leugnet: Glutamat ist Gift für den Menschen.

Unter dem Begriff "Glutamat" fasse ich hier als Geschmacksverstärker die Salze der Glutaminsäure zusammen:
Mononatriumglutamat (E 621), Dinatriumglutamat & Dinatriumguanylat (E 627), Dinatriumisoninat (E 631), Monokaliumglutamat (E 622), Calciumdiglutamat (E 623), Monoammoniumglutamat (E 624), Magnesiumdiglutamat (E 625).
Kurz gesagt: alle E-Nummern ab 620.

Um es gleich zu betonen:
Manchmal verbirgt sich unter anderen Begriffen in den Inhaltsangaben ein solcher Geschmacksverstärker, er muss nur nicht immer als Glutamat deklariert werden, z.B. dann, wenn der Hersteller selbst irgendwelche Fertigwürzen benutzt.

Unter diesen Bezeichnungen "versteckt" sich Glutamat:
* Hefeextrakt
* Würze, Speisewürze, Würzextrakt
* In Sojasaucen und Produkten mit Weizeneiweiß (Weizenprotein) kann ebenso Glutamat enthalten sein
* in Produkten, in denen Aromen, Maltodextrin und sog. Hydroslysate verwendet werden.

Hier überall gilt Achtung!

Wofür kann Glutamat verantwortlich sein?

Folgende Fakten werden heutzutage kaum mehr angezweifelt:

* Glutamat kann bei empfindlichen Personen (Allergiker und Leute mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten) Symptome wie Kopfschmerzen, Migräne, Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Magen-Darmbeschwerden, Krämpfe, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Clusterkopfschmerzattacken, Herzklopfen und sogar Atemnot auslösen. Die Wirkung
kann, je nach verzehrter Menge, schon nach kurzer Zeit eintreten!

* Glutamat ist ein Nervengift:
glaubwürdige Studien belegen, dass Glutamat nach jahrelangem "Genuss" Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, evtl. sogar ADHS und Multiple Sklerose mitverursachen kann. Auch ein beschleunigter Zerfall von Gehirnzellen wird beobachtet. Im Gehirn befinden sich Glutamatrezeptoren - bei einer Überschwemmung mit künstlich zugeführtem Glutamat kommt es zu einer akuten Übererregbarkeit der Neuronen, es entfaltet sich quasi ein Feuerwerk im Gehirn, was bis zum Absterben der Gehirnzellen führen kann.

* Glutamat macht "süchtig".
Wenn man bereits im Kindesalter Glutamat bekommt, dann prägt sich dieser Geschmack (man nennt ihn "Umami") ein: normal gewürztes Essen wird als fad empfunden und die Geschmacksknospen stumpfen ab - nur Glutamatgewürztes schmeckt noch.

* Glutamat ist ein indirekter Dickmacher
Glutamat gaukelt dem Körper etwas vor, das überhaupt nicht im Essen steckt: in einer Tütensuppe mit Rindfleisch steckt nur ein winziger Teil Fleisch - der Rest sind Aromen und Geschmacksverstärker.
Und weil der Körper nicht bekommt, was man ihm geschmacklich verspricht, will er immer mehr: da sind
schnell eine Tüte Chips verzehrt und drei Tütensuppen verspeist.
Deshalb werden Geschmacksverstärker übrigens auch in der Tiermast eingesetzt!

Ein hervorragender Buchtipp:
Hans-Ulrich Grimm:
Die Ernährungslüge. Wie uns die Lebensmittelindustrie um den Verstand bringt.

Da kann man nur sagen: Wohl bekomm's!
____________

Mehr über Glutamat: Glutamat News
Food-Info.net : Mononatriumglutamat - E621 -
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#6 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:39

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Was sind biogene Amine?

Biogene Amine sind zunächst einmal nichts Gefährliches. Sie entstehen beim Ab- und Umbau eiweißhaltiger Lebensmittel (daher: Amine), ein ganz natürlicher Vorgang, der z.B. beim Reifungsprozess einsetzt. Biogene Amine sind oft für den typischen Geschmack gereifter Nahrungsmittel mitverantwortlich (z.B. Sauerkraut, Parmaschinken, Parmesankäse, Blauschimmelkäse u.a.).
Die Reifung oder Zersetzung erfolgt durch Mikroorganismen - daher die Bezeichung "biogen".

Demzufolge enthalten gereifte oder fermentierte Nahrunsgmittel meist eine hohe Konzentration solcher
Amine; das sind z.B. Wurstwaren, Fleisch, Fisch und Fischprodukte, Sauerkraut, Ananas, Bananen, einige
Nüsse (Walnüsse), Bier, Rotwein, Käse, Hefe- und Gewürzextrakte, Soja- oder Weizeneiweiß und Schokolade.

Biogenen Amine werden, entsprechend ihres chemischen Aussehens, in ringförmige (Histamin, Phenylethylamin, Tyramin, Serotonin) und kettenförmige (Cadaverin, Putrescin, Spermin und Spermidin) Amine unterteilt.
Die Ringförmigen wirken direkt im menschlichen Gewebe, während die Kettenförmigen indirekt wirken, indem sie die Aufnahme der ringförmigen Amine steigern.

Bei empfindlichen Menschen können nun hohe Konzentrationen dieser Amine verschiedene Symptome auslösen; dies kann entweder geschehen, indem man auf einmal eine große Menge davon verzehrt oder aber an mehreren Tagen in Folge kleine Mengen verzehrt,die sich dann im Körper anhäufen.

Typische Symptome sind - neben Kopfschmerz, Migräne und Clusterattacken - Hautreizungen, Atemnot, Nesselausschlag mit Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden, Schwitzen, einem trockenen Gefühl im Mund sowie Blutdruckveränderungen.
Dies sind nun auch typische Symptome einer Allergie - da sie aber nicht durch Antikörper vermittelt sind,
nennt man eine solche Reaktion auch Pseudoallergie.

Warum vertragen nun die einen biogene Amine problemlos und die anderen müssen darunter leiden?

Das kann mehrerlei Gründe haben:
* Der Körper kann die Amine nur unzureichend und/oder zu langsam abbauen (siehe auch Histaminintoleranz),
weil bestimmte Enzyme fehlen oder nur unzureichend vorhanden sind.
* Bestimmte Medikamente hemmen den Abbau dieser Amine (z.B. MAO-Hemmer)

Was kann man tun?

Die einfachste Methode ist es, vorwiegend frische und selbstzubereitete Speisen zu sich nehmen. Frische
tierische Produkte und die meisten pflanzlichen Lebensmittel sind für gewöhnlich kaum belastet.
Gelagerte und gereifte Nahrungsmittel sollte man hingegen nur selten essen und auf keinen Fall in großen Portionen oder mehrere Tage hintereinander.
Auch mit tiefgekühlten Produkten ist man meist auf der sicheren Seite, sofern man sie direkt aus dem
gefrorenen Zustand zubereitet (also NICHT auftauen lassen!)

Generell gilt ähnliches wie bei der Histaminintoleranz (auch vergleichbare Lebensmittellisten).
Empfindliche Personen sollten zudem auch sämtliche Geschmacksverstärker,

Konservierungs- und Farbstoffe sowie geschwefelte Lebensmittel meiden.
Auch der Alkoholgenuss ist einzuschränken.
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#7 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:40

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3. Nitrate - Nitrite - Pökelsalz

Gemeint sind die Zusatzstoffe, die unter folgenden Bezeichnungen (E-Nummern) laufen:

E 249 - Kaliumnitrit
E 250 - Natriumnitrit
E 251 - Natriumnitrat
E 252 - Kaliumnitrat

Es handelt sich bei diesen Stoffen um Konservierungsstoffe, sie werden für gewöhnlich eingesetzt als
Bestandteil des Pökelsalzes für:
gepökelte Fleischerzeugnisse; gepökelten Bauchspeck; Gänse- und Entenleberpastete (auch in Dosen);
zum Teil auch zum Haltbarmachen von Hart- und Schnittkäse, eingelegten Heringen und Sprotten.

Gefährlicher als die Nitrate sind die Nitrite, weil aus ihnen z.B. im Zusammenwirken mit Eiweißen (Aminen) die sog. NITROSAMINE entstehen. Diese zählen zu den stark krebserregenden Stoffen und erweisen sich im Tierversuch als schädlich für Leber und Erbgut.

Die chemische Umwandlung von Nitrat über Nitrit zu Nitrosaminen findet zum Beispiel beim Braten oder
Grillen gepökelten Fleisches statt. Aus diesem Grund wird davon abgeraten.

Weitere Fakten zu Nitriten:

Nitrite wirken blutdrucksenkend und gefäßerweiternd.
Der Verzehr größerer Mengen gepökelter Nahrungsmittel oder mit Nititen/Nitraten konservierten Produkten könnte daher auch als MIGRÄNEAUSLÖSER wirken!

Nitrite verändern den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der dann weniger Sauerstoff transportieren kann.
Der Stickstoffgehalt im Blut steigt an - ebenfalls eine mögliche negative Wirkung auf MIGRÄNE!

In Mengen ab etwa 0,5 g sind Nitrite akut giftig!

Erwachsene Menschen verfügen über ein Enzym, das den veränderten roten Blutfarbstoff schnell wieder in das sauerstofftransportierende Hämoglobin umwandelt.
Säuglinge und Kinder verfügen jedoch kaum über solch ein Enzym und sind deshalb besonders gefährdet -
der Verzehr von nitrithaltigem Lebensmitteln (Vorkommen auch in Gemüse und Wasser aus belasteten Gegenden) kann im schlimmsten Fall zum inneren Ersticken führen!

Es existieren mehrere seriöse Studien, die Nitrite, Nitrate und Nitritpökelsalz mit weiteren Erkrankungen
in Verbindung bringen:
In den Studien wurden Tumorpatienten und entsprechende Kontrollpersonen unter anderem nach ihren Verzehrsgewohnheiten befragt. Anhand dieser Angaben wurde die Exposition gegenüber Nitrat,
Nitrit und Nitrosaminen abgeschätzt. In einigen Studien wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Hirntumoren bei Kindern und den Verzehrsgewohnheiten ihrer Mütter während der Schwangerschaft untersucht. In weiteren Studien wurden Patienten mit Karzinomen anderer Organe, wie Ösophagus (Speiseröhre), Magen, Pankreas, Lunge oder Prostata, einbezogen.
(http://www.bfr.bund.de/cm/208/verzehr_von_nitrit.pdf)
_________________

#8 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:41

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Was ist eine Histamin-Intoleranz?

Die Histamin-Intoleranz ist eine Unverträglichkeitsreaktion auf das mit der Nahrung aufgenommene Histamin.
Die Ursache ist häufig ein Mangel an dem histaminabbauenden Enzym Diaminoxidase (DAO) bzw. ein Missverhältnis
zwischen anfallendem Histamin und der Fähigkeit des Organismus, das Histamin abzubauen. Die Symptome
einer Histamin-Intoleranz treten immer dann auf, wenn zu viel Histamin in die Blutbahn gelangt

Was ist Histamin?

Histamin gehört zu den bedeutendsten biogenen Aminen und ist an der Entstehung vieler allergieähnlicher
Symptome beteiligt. Es wird vom Körper selbst produziert und in den sog. Mastzellen gespeichert. Eine
Freisetzung aus diesem Speicher kann durch verschiedene innere (endogene) und äußere (exogene) Faktoren
erfolgen. Zu diesen Faktoren (Histaminliberatoren) zählen z.B. Entzündungen, allergische Reaktionen,
Gewebshormone, bestimmte Lebensmittel und verschiedene Medikamente. Auf der anderen Seite kann Histamin
auch von außen, durch Lebensmittel zugeführt werden

Symptome einer Histamin-Intoleranz

· Kopfschmerzen, Migräne
· Hautrötungen, Schwellungen, Urtikaria und Juckreiz
· Fließschnupfen oder eine verstopfte Nase
· Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Darmkoliken
· Asthma, Atembeschwerden, Verengung der Luftwege
· Steigerung der Herzfrequenz, Blutdrucksenkung,
· Kreislaufprobleme bis hin zum Kollaps
___________________

Unverträgliche Nahrungsmittel
Nahrungsmittel, die einen hohen Histamingehalt haben:
· Rotwein enthält im unverdorbenen Zustand am meisten Histamin
· Eingelegte/konservierte Lebensmittel
· Geräuchertes Fleisch, Salami, Schinken, Innereien
· Viele Fischprodukte, insbesondere Fischkonserven
· Meeresfrüchte
· gereifte Käsesorten (je höher der Reifegrad, desto höher der Histamingehalt)
· Einige Gemüsesorten (Sauerkraut, Tomaten, Melanzani (Auberginen), Spinat, Avocados)
· Einige Obstsorten (alle Citrusfrüchte (z. B. Orange, Mandarine, Grapefruit), Bananen, Rote Pflaumen,
Birnen, Kiwi, Erdbeeren, Himbeeren)
· Alle eingelegten Gemüse aus der Dose/dem Glas
· Bohnen und Hülsenfrüchte (besonders Kichererbsen und Sojabohnen, auch Erdnüsse)
· Sojaprodukte (Sojamilch, Sojasahne, Tofu, Sojasoße)
· Produkte aus Weizen
· Bestimmte Biersorten wie Hefeweizen
· Obst- und Gemüsesäfte
· lactosefreie Milch (Berichte durch HIT-Betroffene)
· Schwarzer Tee
· Schokolade, Kakao, Marzipan, Nougat, Knabbergebäck, Süßigkeiten mit Konservierungs- und/oder Farbstoffen

· Nüsse, Walnüsse, Cashewkerne
· Hefe
· Weinessig (besonders Rotweinessig), Tafelessig
· scharfe Gewürze begünstigen die Histaminaufnahme im Magen- Darmsystem

Nahrungsmittel, die Histamin freisetzen (Histaminliberatoren, enthalten biogene Amine):

· Zitrusfrüchte wie z. B. Orangen, Grapefruit etc.
· Ananas, Bananen, Birnen, Pflaumen
· Papaya
· Fruchtsäfte
· Nüsse, insbesondere Walnüsse, Cashewnüsse
· Erdbeeren, Himbeeren
· Tomaten
· Hülsenfrüchte, Weizenkeime
· Avocado
· Kiwi
· Champignons
· Kakao und Schokolade
· evtl. Zusatzstoffe wie z. B. Glutamat, Benzoate, Farbstoffe, Sulfite, Nitrite


Histaminarme Lebensmittel

· Fleisch (frisch, gekühlt, gefroren)
· Fisch (frisch oder tiefgefroren).
· Frisches Obst: Melone, Heidelbeeren (=Blaubeeren), Preiselbeeren, Litchi, Mango, Kaki, Kirschen, Johannisbeeren,
Aprikosen, Äpfel
· Frisches Gemüse: Grüner Salat, Kohlsorten, Rote Bete, Kürbis, Zwiebel, Radieschen, Rettich, Rapunzel,
Paprika, Karotten, Brokkoli, Kartoffeln, Gurke, Lauch, Zucchini, Mais, Spargel, Knoblauch, Rhabarber
· Getreide, Teigwaren (Dinkel-, Mais-, Reisnudeln, Hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrot, Reis,
Haferflocken, Reiswaffeln, Mais-, Reis-, Hirsemehl)
· Milch und Milchprodukte (außer Hartkäse)
· Milchersatz (Reis-, Hafer-, Kokosmilch)
· alle nicht zitrushaltigen Obstsäfte, alle Gemüsesäfte (außer Sauerkraut)
· Kräutertee
· Untergärige Biere, klare Schnäpse (Wodka, Rum etc.), Weißweine
· Grüner Tee (DAO blockierend!)
· Proteine: Eigelb, Lopino (strittig, da ebenfalls Hülsenfrucht)
______________________________

Therapie der Histamin-Intoleranz

Die effektivste Methode ist das Vermeiden von histaminhaltigen Nahrungsmitteln.

Antihistaminika
Bei eingetretenen Symptomen aber auch prophylaktisch - wenn sich der Verzehr histaminhaltiger Nahrungsmittel
nicht vermeiden lässt - sind Antihistaminika wirksame Medikamente.

Vitamin C und B6
Die Gabe von Vitamin B6 ist mittlerweile umstritten, kann aber vereinzelt helfen.
In Einzelfällen kann eine Symptombesserung durch die Gabe von Vitamin C erreicht werden. Vitamin C in
Dosierungen zwischen 1 und 3 Gramm täglich ist in der Lage, die Histaminspiegel bei Patienten mit Seekrankheit
oder Mastozytose deutlich zu senken.
Auch Kalzium wird als natürliches Antihistaminikum diskutiert.

Cromoglycinsäure
Cromoglycinsäure (DNCG) bewirkt eine Reduktion der Gewebehistaminspiegel und der Histaminfreisetzung.
Dabei sind besonders Bauchschmerzen, Blähungen (Flatulenz), Migräne und atopische Dermatitis gut zu beeinflussen.

DAO-Ersatz
Bis heute ist kein Medikament bekannt, welches die Diaminoxidaseaktivität deutlich erhöht. Das Nahrungsergänzungsmittel
DAOSiN® enthält Schweinenierenextrakte, die auch Diaminoxidase enthalten sollen. Durch einen säurefesten
Überzug geschützt, soll das Enzym im Darm freigesetzt werden und überschüssiges Nahrungshistamin abbauen.
Eine Kapsel enthält eine ausreichende Menge an DAO in Form von Schweinenierenextrakt um die Symptome
zu lindern. Bis Februar 2008 wurde das Produkt unter dem Namen Pellind verkauft. Die Ergebnisse von Studien
im Jahr 2006 zur Wirksamkeit gegen Symptome der Histamin-Intoleranz müssen noch abgewartet werden, wobei
die ersten Erfahrungsberichte sehr vielversprechend sind.
___________________________
Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Histamin-Intoleranz
http://www.ganzimmun.de/
http://www.libase.de

#9 RE: Wichtig: Migräne und Ernährung: Literatur, Infos, Links von Ursula 12.06.2010 11:42

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Hier ein kompakter Übersichtsartikel, welche Nahrungsmittelbestandteile die Migräne triggern können -
gute Einstiegslektüre:
(Quelle: Medical Tribune vom 16.1.2008: http://www.arzt.medical-tribune.de/arztb.../medizin/17857/)

"Essen, trinken und Kopfschmerz – was ist belegt?
Wochenend-Migräne, weil Bürokaffee fehlt

WIEN – Migräne durch Rotwein, Käse oder Schokolade? So manches Nahrungs- oder Genussmittel gilt als Auslöser
quälender Pein im Kopf. Was ist dran an den alimentären Triggern?

In den Empfehlungen zur Therapie primärer Kopfschmerzen wird darauf hingewiesen, nach Triggerfaktoren
zu suchen und diese zu vermeiden. Es ist jedoch strittig, welche Bedeutung die immer wieder genannten
alimentären Faktoren bei Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp tatsächlich haben. Deshalb durchforsteten
Wiener Experten relevante Artikel, die zwischen August 1992 und August 2004 veröffentlicht wurden. Danach
sind Alkoholika – besonders auch Rotwein – unter den Nahrungs- und Genussmitteln als Kopfschmerztrigger
am bedeutsamsten, so Dr. Julia Holzhammer und Professor Dr. Christian Wöber von der Medizinischen Universität
Wien.
Koffeinentzug trifft jeden Zweiten

Durch kontrollierte Studien ebenso belegt ist Kopfschmerz durch Koffeinentzug: Von Probanden, die durchschnittlich
235 mg Koffein pro Tag konsumiert hatten, bekam über die Hälfte mäßige bis schwere Kopfschmerzen, als
sie nur noch Plazebo erhielten. Da an arbeitsfreien Tagen oft weniger Kaffee getrunken wird, ist Koffeinentzug
auch als Auslöser der Wochenendmigräne in der Diskussion.
Hungern und Austrocknen lockt den Schmerz

Wer Mahlzeiten unregelmäßig einnimmt oder lange Hungerphasen einlegt, kann damit ebenso Schmerzattacken
provozieren. Den Studiendaten zufolge liegt hier jedoch eingeschränkte Evidenz vor, schreiben die Experten
in der Zeitschrift „Der Schmerz“. Auch Trinkmuffel trifft es. In einer Befragung war bei jedem Zehnten
Flüssigkeitsmangel ein Schmerzauslöser. Umgekehrt besserten sich in einer Studie bei 33 von 34 Patienten,
nachdem sie 500 bis 750 ml Wasser tranken, binnen drei Stunden die Schmerzen. Studiendaten zufolge verzichten
15 % der Migränepatienten auf den Genuss von Käse, da sie das Milchprodukt als Ursache ihres Leidens
verdächtigen. Doch hierzu gibt es nach Angaben der Experten keine kontrollierten Studien. Auch dafür,
dass Schokolade ein Trigger ist, fanden sie keinen eindeutigen wissenschaftlichen Nachweis. Möglicherweise
ist das Verspeisen der braunen Leckerei sogar erstes Symptom einer Migräneattacke, da manche Patienten
in der Prodromalphase Heißhunger auf Süßes entwickeln.

Kein Natriumglutamat auf nüchternen Magen

Auch wer Histamin, Nitrite und Nitrate in nahrungsüblicher Menge zu sich nimmt, setzt sich keinem Kopfschmerzauslöser
aus; Anderweitiges ist zumindest durch Studien nicht belegt. Das Gleiche gilt für biogene Amine und Aspartam.
Die Zufuhr größerer Mengen von Natriumglutamat auf nüchternen Magen kann hingegen zu Kopfschmerz führen;
als Schwellenwert für glutamatinduzierte Symptome wurden 2,5 Gramm ermittelt.

Fettarme Kost, Kopfschmerz weg?

Und wie steht’s um Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten und Bohnen als alimentäre Schmerztrigger? Auch hier
liegen keine kontrollierten Studien vor. Somit raten die Kollegen, individuell zu entscheiden, ob ein
zweifelsfreier Zusammenhang besteht und ein Verzicht notwendig ist. Dies gilt auch für Nüsse, Milch,
Eiskrem und Zucker. Es gibt Hinweise, dass fettarme Diät manch einen, der sich zuvor fettreich ernährt
hat und hohe Blutfettwerte aufweist, vor lästigen Migräneattacken bewahrt. Doch kontrollierte Untersuchungen
vermissen die Spezialisten auch hier. Das Fazit lautet daher:

* Auf Basis der Studiendaten lassen sich keine allgemeinen, wissenschaftlich begründbaren Diätempfehlungen
für Migränepatienten und solche mit Kopfschmerz vom Spannungstyp geben.
* Über die begrenzte Bedeutung alimentärer Triggerfaktoren sollten Betroffene mit Migräne und Spannungskopfschmerz
informiert werden.
* Individuell beobachtete und bestätigte Unverträglichkeiten sind tunlichst zu beachten."
___________________________

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